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Glandorfer Kunststoffteile sind weltweit im Einsatz
Glandorf: Unternehmensbesuch bei dem M. Faust Kunststoffwerk

Sie sind kaum sichtbar, aber unverzichtbar in vielen Produkten weltweit: Im M. Faust Kunststoffwerk in Glandorf entstehen hochspezielle Kunststoffkomponenten, vom Wasserfilter für Zahnarztpraxen über Bauteile für Türschließsysteme und Gaszähler bis hin zu Komponenten für die Luftfahrt.

Foto: © Sandra Joachim-Meyer / WIGOS

Rund 1.300 unterschiedliche Artikel werden im Glandorfer Werk gefertigt und weltweit eingesetzt. „Sie finden uns fast überall“, fasste Geschäftsführer Volker Faust beim Besuch von Landrätin Anna Kebschull und Peter Vahrenkamp, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Osnabrück, WIGOS, stolz zusammen.

Das Kunststoffwerk und Familienunternehmen, geführt in dritter Generation, beschäftigt in Glandorf rund 100 Mitarbeitende. Produziert werden nach Kundenauftrag technische Kunststoffteile für zahlreiche Branchen, darunter Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik, Automotive, Elektrotechnik, Maschinenbau, Sanitär, Bauwesen und Gebäudetechnik, Smart Home, sowie Medizintechnik. In Fahrzeugen nahezu jeder Marke werden Kupplungsstücke aus Kunststoff – made im Landkreis Osnabrück – verbaut. „Jedes Bauteil hat eine komplett eigene Industriegeschichte“, beschrieb Volker Faust die Vielfalt beim Rundgang durch die laufende Produktion. 

Gerade diese Vielfalt sei ein wichtiger Faktor für die Stabilität des Betriebs, so Geschäftsführerin Ursula Faust. Die breite Aufstellung helfe dabei, Schwankungen in einzelnen Bereichen, etwa in der Automobilindustrie, besser auszugleichen. Nicht nur von der Bandbreite der Produkte, sondern auch von der Spezialisierung war die Landrätin beeindruckt: „Erstaunlich und außergewöhnlich, wie viele Teile aus dem Landkreis Osnabrück weltweit in ganz unterschiedlichen Bereichen verarbeitet werden. Das macht deutlich, wie innovationsstark und international bedeutsam der Mittelstand im Landkreis ist - allen voran solide aufgestellte Familienunternehmen wie Faust. Die Verbindung aus Erfahrung, Spezialisierung und Investitionen in moderne Technik pusht unsere Wirtschaft enorm.“

Aufgrund der positiven Entwicklung plant das Kunststoffwerk weitere Investitionen:  So will Faust seine Produktionsstätte in Glandorf in naher Zukunft erweitern. Aktuell laufen die Gespräche zu dem Vorhaben. Hier verwies Peter Vahrenkamp auf die Unterstützung durch die WIGOS. In der Vergangenheit habe man das Unternehmen unter anderem durch Beratungen in den Bereichen Energie und Digitalisierung begleitet. „Uns ist wichtig, dass Sie unsere praxisorientierten Angebote nutzen, um gemeinsam Entwicklungen auf den Weg zu bringen.“ Davon profitiere nicht nur das Unternehmen selbst, sondern der gesamte Wirtschaftsraum.

Am Beispiel spezieller Komponenten zeigte Volker Faust eindrucksvoll, wie leistungsfähig und hochwertig Kunststoff sein kann. Je nach Anwendung könne das Material Temperaturen von bis zu 180 Grad aushalten, elektroleitfähig sein oder andere spezielle Eigenschaften erfüllen. Kunststoff sei ein sehr großes technisches Feld, das in vielen industriellen Anwendungen Lösungen ermögliche, die mit anderen Materialien nur schwer oder gar nicht umsetzbar wären. So könne hochwertiger Kunststoff in vielen Einsatzfeldern auch kostenintensive Materialien, beispielsweise Aluminium, ersetzen.

Unterschätzt wird nach den Worten des Geschäftsführers auch der Nachhaltigkeitsfaktor bei der Verwendung von Kunststoff. Durch geringeres Gewicht ließen sich zum Beispiel beim Transport CO₂-Emissionen einsparen. Hinzu komme die lange Lebensdauer vieler Produkte. „Unsere Artikel sind Jahrzehnte im Einsatz“, erklärte die Geschäftsführung. Viele Bauteile hielten 20 oder 30 Jahre, einzelne auch länger. Nachhaltigkeit ist bei Faust daher kein neues Thema, bereits 2013 hat der Betrieb vollständig auf LED-Beleuchtung umgestellt. „Wenn man wirtschaftlich denkt, ist man auch nachhaltig“, so Volker Faust. Das Unternehmen sei energieintensiv, arbeite aber kontinuierlich daran, den Verbrauch und die Kosten zu optimieren – unter anderem durch die Photovoltaikanlage, effiziente Prozesse sowie einen modernen Maschinenpark, der im Durchschnitt jünger als zehn Jahre ist. „Der Fokus liegt bei uns darauf, möglichst effizient und zuverlässig zu produzieren.“

Faust stehe zwar im weltweiten Wettbewerb, ein wesentlicher Vorteil sei jedoch der eigene Werkzeugbau. „Das haben viele Mitbewerber nicht“, erläuterten Volker und Ursula Faust. Dadurch könne das Unternehmen schneller reagieren und individuelle hochspezielle Lösungen anbieten. Ebenso wichtig seien langjährige und gut qualifizierte Mitarbeitende. „Das macht uns aus und lässt uns stabil laufen.“ Entscheidend seien für die rund 140 Kunden die hohe Qualität, Flexibilität und Verlässlichkeit des Glandorfer Unternehmens. Die Kunststoffteile seien keine Wegwerfware, sondern High-End-Produkte. „0815-Standardprodukte gibt es woanders in der Welt, nicht bei uns in Glandorf.“  

Bildunterschrift:

Beeindruckt von der Produktionsvielfalt bei Faust waren WIGOS-Geschäftsführer Peter Vahrenkamp (l.), Landrätin Anna Kebschull (3.v.r.) und Glandorfs Bürgermeister Torsten Dimek (r.). Projektmanagerin Nicola Faust (v.li.), Andreas Lindmeyer, Kaufmännischer Leiter, Geschäftsführerin Ursula Faust und Geschäftsführer Volker Faust führten die Gäste durch den Betrieb.

Quelle: Pressemitteilung Landkreis Osnabrück

 

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