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Zweite induktive Einzelstabvergütungsanlage
Georgsmarienhütte: GMH Gruppe investiert 21,5 Millionen Euro.

In einer Zeit, in der viele Industrieunternehmen in ganz Europa aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der volatilen Energiemärkte Investitionen verschieben oder überdenken, setzt die Georgsmarienhütte GmbH ihren Transformationskurs bewusst fort.

Foto: © GMH Gruppe

Mit der Inbetriebnahme ihrer zweiten induktiven Einzelstabvergütungsanlage (EVA 2) baut das größte Stahlwerk innerhalb der GMH Gruppe eine Schlüsseltechnologie für eine klimafreundliche Stahlproduktion und zukunftsorientierte Märkte aus.

Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der EVA 1 im Februar 2024 hat das Unternehmen nun seine Kapazität im Bereich der elektrischen Einzelstabwärmebehandlung verdoppelt. Das Gesamtinvestitionsvolumen von 21,5 Millionen Euro für beide Anlagen sendet ein klares Signal: Die GMH Gruppe engagiert sich für die Stärkung des Industriestandorts Deutschland und treibt gleichzeitig ihre Transformation hin zu einer klimaneutralen Stahlproduktion konsequent voran.

Von der Investition werden 2,2 Millionen Euro durch das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) finanziert, das auch Mittel aus dem EU-Fonds „NextGenerationEU“ einsetzt und welches vom Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) betreut wird.

Skalierung bewährter Technologie für hochfeste Qualitätsstähle

Während EVA 1 Stäbe mit Durchmessern von 20 bis 60 Millimetern verarbeitet, erweitert      EVA 2 das Spektrum auf 35 bis 100 Millimeter. Zusammen erreichen die beiden Anlagen eine Gesamtkapazität von rund 35.000 Tonnen vollständig elektrisch wärmebehandeltem Stahl pro Jahr.

Der vollautomatische induktive Einzelstabvergütungsprozess erwärmt jeden Stab – mit einer Länge von bis zu 10 Metern – auf über 900 Grad Celsius, kühlt ihn kontrolliert ab und erwärmt ihn erneut auf eine Anlasstemperatur von etwa 650 Grad Celsius bis 750 Grad Celsius. Dadurch werden genau definierte Festigkeits- und Zähigkeitseigenschaften erzielt. Die Prozessstabilität, die Arbeitssicherheit und die gleichbleibende Produktqualität werden erheblich verbessert.

Diese technologische Fähigkeit ermöglicht unseren Kunden, hochbelastbare Schlüsselkomponenten für anspruchsvolle Anwendungen herzustellen – darunter Befestigungselemente für Windkraftanlagen, Komponenten für Förder- und Industriesysteme, Lenkungselemente für Automobilanwendungen und andere sicherheitsrelevante Teile. Durch die Skalierung dieser Technologie stärkt die GMH Gruppe ihre Position in Wachstumsmärkten, so zum Beispiel in erneuerbaren Energien und fortschrittlichem Maschinenbau.

Elektrifizierung als konkreter Hebel zur Dekarbonisierung

Im Zentrum beider EVA-Systeme steht die Elektrifizierung der Wärmebehandlung. Die Technologie ist für den Betrieb mit bis zu 100 Prozent Ökostrom ausgelegt und ersetzt damit Erdgas durch erneuerbare Energie. Allein durch diesen Schritt sollen in den nächsten zehn Jahren weit über 50.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.

EVA 2 ist daher nicht nur eine Kapazitätserweiterung, sondern ein struktureller Beitrag zur Transformationsstrategie der GMH Gruppe. Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren und bis 2039 eine klimaneutrale Produktion zu erreichen.

Die Georgsmarienhütte GmbH stellt bereits für alle Stahlsorten einen Product Carbon Footprint (PCF) zur Verfügung. Die vom TÜV SÜD validierte Methodik wird auf mehr als 1.000 Stahlsorten angewendet und gewährleistet transparente, zuverlässige und vergleichbare CO₂-Daten für das gesamte Produktportfolio. Der Stahl wird zu fast 100 Prozent aus recyceltem Schrott im Elektrolichtbogenofen hergestellt, was die Grundlage für einen deutlich reduzierten CO₂-Fußabdruck im Vergleich zum herkömmlichen Hochofenverfahren bildet. Darüber hinaus ist das Unternehmen einer der ersten Stahlhersteller, der nach dem neuen Low Emission Steel Standard (LESS) zertifiziert ist.

 

Quelle: GMH Gruppe

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